Playa del Ingles, 02. - 13. Januar 2026
Was macht man, wenn einem das Wetter im Bergischen auf die Nerven geht? Entweder fährt man in die Berge zum Après-Ski oder, wenn man's nicht so mit dem Wintersport hat, in die Sonne. So zumindest die Hoffnung für die kommenden 11 Tage, daher auch nach sehr langer Zeit die Wiederbelebung von "Himmelblau und supersexy".
Vielleicht gibt es ja hier und da auch das eine oder andere Livevideo (sofern der Hotelbalkon das hergibt), was dann sowohl saparat als auch auf dieser Seite hier verlinkt wird. Ansonsten bleibt es bei Fotos und einem Videozusammenschnit nach unserer Rückkehr. Schauen wir mal, was sich ergibt.
Es gibt vor Ort übrigens wohl eine Bar namens Strandarena, in der König ausgeschenkt wird. Da freue ich mich drauf!
01. Januar
Da es am nächsten Tag recht früh recht zeitig losging, haben wir uns erstmal in einem Hotel am Flughafen eingeschifft. Das ist uns schon bekannt von den beiden USA-Reisen 2017, und wir dachten, dass das nochmal eine schöne Idee ist, so den Urlaub quasi um einen Tag zu verlängern. Und wir konnten uns schonmal der Koffer entledigen. Noch etwas angeschlagen von den Silvesterfeierlicheiten des Vorabends, ist für das Radeberger im Ausschank allerdings erstmal eine gewisse Überwindung notwendig gewesen, von dem Jägermeister ganz zu schweigen. Dieser hat allerdings seine Dienste mit Bravour verrichtet: Ich konnte zum ersten Mal in diesem Hotel richtig gut schlafen.



02. Januar
Der Wecker klingelte dann um 4:00 Uhr. Nicht schön, aber notwendig. Nach schneller Dusche und allem andern ging es die 200 Meter rüber ins Terminal. Es war schon etwas überraschend, dass dies im Schneegestöber passierte, in Düsseldorf schneit es bekanntlich sonst fast nie.



Folgerichtig musste das Flugzeug enteist werden.

Dadurch bedingt ging es mit leichter Verspätung ab in Richtung Zürich. Die Kapitänin gab allerdings ordentlich Gas, und so kamen wir punktlich in Zürich an. Und das, obwohl die für uns zuständige und uns gegenüber auch sehr nette Flugbegleiterin beim Einsteigen eine recht übel gelaunte Passagierin zunächst höflich, dann aber doch überraschend energisch zurechtweisen musste, weil in deren Koffer eine Powerbank verbaut war, was bekanntlich mittlerweile in Flugzeugen ungern gesehen wird und besonderer Beachtung bedarf. Eigentlich hätte sie die Frau aufgrund ihres unangemessenen Verhaltens rausschmeißen müssen, wie uns die Flugbegleiterin im Laufe des Flugs erzählte, aber sie beließ es - offenbar noch ganz von der friedlichen Weihnachtstimmung beseelt - bei einm Bericht, den sie im Anschluss bei der Fluggesellschaft einreichen musste. Gunn und ich wurden gebeten, als Zeugen zu fungieren. Also bekommen wir vielleicht demnächst noch Post von Eurowings.




In Zürich angekommen, ging es nach einer schnellen Cola in der Lounge direkt weiter zum nächsten Flug.
Warum eigentlich der Umweg über Zürich? Erstmal sind wir als fleißige Meilensammler quasi mit der Lufthansa-Gruppe verheiratet, und außerdem fand ich als Hauptverantwortlicher für die Flüge diese Streckenführung am spannendsten. Und damit kommen wir direkt zum zweiten Flug, der nämlich von Edelweiss (die hatten wir noch nicht) mit einer A340 (hatten wir schon häufiger auf Flügen in die USA) durchgeführt wurde. Das ist also eigentlich ein Langstreckenflieger und somit deutlich bequemer als die kleinen Standardflugzeuge, die auf den Strecken zu den Kanaren normalerweise fliegen.
Zudem wird dieser Flugzeugtyp alsbald ausgemustert, somit war es die wohl letzte Möglichkeit, nochmal damit zu fliegen. Das wird außer Lars kaum jemand verstehen, aber ich bin nunmal ein Flugzeugfan.



Der Flug selber war dann recht unspektakulär. Trotz Business-Klasse hatten wir uns keine Sitzplätze aussuchen können und bekamen diese beim Einchecken zugewiesen. Leider waren es keine Fensterplätze, und somit gibt es auch keine halbwegs interessanten Fotos des Flugs. Das Essen war okay, der Rinderschmorbraten allerdings zäh wie die Hölle. Die Sitze waren allerdings deutlich besser als die in der alten Business-Klasse der Lufthansa, nur wäre ein Kissen und eine Decke schön gewesen. Das war dann wohl bei dem zugegebenermaßen sehr günstigen Preis für die gut vier Stunden Flug wohl nicht mehr drin.
Auf Gran Canaria angekommen ging das Elend dann los. Erstmal standen wir auf einer Außenposition. Das ist lästig, aber kein Beinbruch. Für den ersten Schwung an Passagieren, die über die Treppe ausstiegen, lief es auch ganz gut. Ab in den Bus und weg waren sie. Leider gehörten wir zum zweiten Schwung, und den hatte man wohl offensichtlich nicht bedacht, denn wir standen gut 20 Minuten auf besagter Treppe rum und warteten auf den zweiten Bus. Quasi wie bestellt und nicht abgeholt. Und es regnete. Zwar nicht viel, aber es reichte, um zumindest einen Passagier mit seinem Kleinkind auf dem Arm so ausrasten zu lassen, das ihn einer der Flugbegleiter wieder zurück ins Flugzeug holte.


Als wir dann endlich im Terminal ankamen, drehten die Koffer überraschenderweise bereits die wohl nicht erste Runde auf dem Kofferband und wir konnten sofort weiter. gunn hatte vorab ein Taxi bestellt, also hätte eigentlich nicht viel schiefgehen können. Tat es aber, denn durch ein paar Unfälle auf den Straßen zum Flughafen brach das pure Chaos aus. Die Schlange am Taxistand ging gefühlt bis nach Las Palmas, womit wir eigentlich nichts zu tun hatten. Aber auch unser vorbestelltes Taxi hatte seine liebe Not, den Flughafen zu erreichen. Ein paar sehr freundliche Mitarbeiter am Taxistand halfen uns aber weiter, führten uns an der verblüfften und teilweise auch durchaus ungehaltenen Schlange ("Stellen Sie sich gefälligst hinten an!") vorbei und nach zwei Zigaretten saßen wir dann im Auto, das uns überraschend schnell zum Hotel brachte.


Nach dem Begrüßungssekt ging es dann aufs Zimmer. Und anschließend sofort zum um die Ecke gelegenen Spar-Markt, quasi wie damals 1997 auf Mallorca,, um sich mit dem Nötigsten einzudecken, was die Minibar nicht hergab. Dazu später noch mehr.
Natürlich ging der erste Weg danach sofort auf den Balkon, um ein erstes Bierchen zu schlabbern.
Wir hatten natürlich die Vorstellung, dass wir dies in kurzer Hose und T-Shirt tun könnten, aber da machte das Wetter nicht mit. Es regnete immer noch, und der Wind hatte seit dem ruckeligen Anflug zwei Stunden zuvor nochmal zugelegt. Entsprechend ungemütlich und kalt war es, und neben einigen Auflockerungen tauchte auch immer wieder eine neue Regenwolke auf.




Etwas enttäuscht ging es dann zum Abendessen, was für spanische Hotelverhältnisse, so wie mir bislang bekannt, allerdings durchaus überraschend gut war. Hier gibt es jeden Abend ein anderes Thema, diesmal war es Mexiko. Inklusive Tequila für alle.
Nach dem Essen reichte es dann allerdings auch, der Tag war lang genug. Also ging es ab ins Bett mit der Hoffnung, dass sich das Wetter schon fangen wird.
03. Januar
Danach sah es allerdings zunächst mal nicht aus. Der Himmel war zwar klarer, aber der Wind hatte kein bisschen nachgelassen. Zudem hatte ich kaum geschlafen und war entsprechend übellaunig.



Nach einem schnellen Frühstück, das übrigens ausgezeichnet war, und einer anschließenden kurzen Ruhephase auf dem Bett mit den CNN-Infos der amerikanischen Umtriebe in Venezuela, machten wir uns auf den Weg zum Strand. Ich dabei ganz todesmutig in kurzer Hose, wobei für den Laien nicht zu erkennen war, wo meine Beine aufhörten und die weißen Schuhe beziehungsweise Sneakersocken anfingen.

Und - Überraschung - wir mussten nach kurzer Zeit die Jacken ausziehen, da der Wind etwas nachließ und die Sonne auf einmal ordentlich einen raushaute.
Einer der vielen Gründe, warum ich Gunn so liebe, ist, dass sie sich stets um meine kleinen und auch größeren LKW, ach nein, es heißt Laster, kümmert. Und so hatte sie bereits im Vorfeld herausgefunden, wo ich denn ein vernünftiges Bier trinken kann. Somit ging es nach kurzem Strandspaziergang auf die Uferpromenade. Und dort stand er dann plötzlich auch vor uns: der heilige Gral!

Die sogenannte Strandarena, ich erwähnte sie eingangs bereits, hielt, was die Internetkommentare dazu versprachen. Frisch gezapftes König und sehr aufmerksames und nettes Personal. Wir kamen gegen 11:30 Uhr an und ergatterten tatsächlich den letzten freien Tisch, den wir kurz darauf mit einem sehr freundlichen Paar au s Duisburg (!) bzw. Krefeld teilen mussten, weil wirklich jeder Platz belegt war.
Und so schraubte ich mir also vier große Pils in die Figur. 0,4 Liter für je 4,40 Euro bekommt man noch nicht einmal im Kaffeehaus so günstig. Das allerdings in der prallen Sonne, was seine Wirkung nicht verfehlte, weswegen wir uns dann wieder auf den Heimweg machten. Dies allerdings nicht, ohne nach dem Bezahlen noch ein Kommt-doch-bald-mal-wieder-Getränk ausgegeben zu bekommen, und das war wirklich lecker! Wir wissen es nicht genau, tippen aberf auf einen Eierlikör mit Erdbeerkrone. Beim nächsten Besuch fragen wir mal nach.
Also wieder zurück ins Hotel, vorbei an einer Temperaturanzeige, die die ganze Dramatik aufzeigte.


Nach einer verlängerten Verschnaufpause, die zwischendurch mal von der ausschweifenden Rede des Präsidenten zur aktuellen Lage begleitet wurde, machten wir uns auf den Weg zur sogenannten Sunset-Bar, der Dachterrasse im 9. Stock unseres Hotels, bevor der Tag denn doch recht zweitig mit dem Abendessen endete.





04. Januar
Endlich war es am frühen Morgen auch auf dem Balkon mal windstill. Also packte ich mein ganzes Kabelgedöns und das Stativ, das ich extra mitgeschleppt habe, und positionierte alles für einen Livestream. Leider wurde bei einem Testlauf recht schnell klar, dass das Hotelinternet dafür schlicht zu schlecht ist. Eine miese Bandbreite und ständige Aussetzer ließen das Vorhaben rasch über den Jordan gehen.
Gefilmt habe ich den Sonnenaufgang dennoch. Um das Ganze ein bisschen zu straffen, läuft die Videoaufnahme in doppelter Geschwindigkeit. Und das Meeresrauschen ist eine Endlosschleife aus einem Film vom Strand, in Wirklichkeit hören wir vom Balkon aus lediglich die Feiernden in den umliegenden Bars beziehungsweise zu diesem Zeitpunkt gegen 7:45 Uhr ein bisschen Vogelgezwitscher. Das Intro ist ebenfalls irgendwie zusammengezimmert aus den Sachen, die ich auf dem Laptop habe. Auf sowas war ich einfach nicht vorbereitet.
Im Anschluss ging's dann mal zum Strand, der folgendermaßen aussieht.

Auch dazu ein kurzes Video.
Der Rest des plätscherte so dahin, bis am Abend dann die nächsten unheilvollen Wolken auftauchten.

05. Januar
Bei einer kleinen Runde durch die Stadt, Gunn benötigte Ersatz für ihre kaputte Handyhülle und ich für eine zu Hause vergessene SD-Karte, fiel auf, dass die Umgebung außer einer Unmenge an Lokalen und Ramschläden nicht viel zu bieten hat.
Weihnachtsdeko gab es noch, wahrscheinlich aber auch nur noch bis zu den Heiligen Drei Königen, was hier tatsächlich noch ein Feiertag ist.

Mittlerweile überraschte es einen kaum noch, aber am Nachmittag stzte dann mal wieder Regen ein.
Der Hunger stellte sich auch allmählich ein, und da das Thema beim Abendessen im Hotel die von mir bekanntlich hochgeschätzte chinesische Küche war, wichen wir auf ein nahegelgenes Steakhaus aus. Mitanschließendem Besuch im Supermarkt und Absacker auf dem Balkon.






06. Januar
Nachdem sich das Wetter wieder beruhigt hatte, war es an der Zeit, sich den Sonnenaufgang am Meer mal aus der Nähe anzuschauen.
Der Rest des Tages lief erfreulich ereignislos. Aber der Durst war allgegenwärtig, und so ging es bereits am frühen Nachmittag in das tags zuvor entdeckte Steakrestaurant, das nämlich bis 17:00 Uhr eine Happy Hour anbietet, heißt zwei Bier für fünf Euro.
Der Clou daran sind die gekühlten Gläser, die sogar ein San Miguel genießbar machen.

Nach dem Essen fiel der Blick nochmal auf die Getränkekarte, und tatsächlich fand sich dort das schöne Wort "Jägermeister". Zwar schien er ein bisschen überteuert, aber schließlich muss das Gesöff ja importiert werden und zudem sollte man im Urlaub auch mal einen raushauen!
Nun, der Preis relativierte sich allerdings, als das Glas (oder eher der Kelch) dann serviert wurde. Die Zigarettenschachtel dient zur Größeneinschätzung.

Dass man danach recht beschwingt war und nicht allzu spät das Bett aufsuchte, dürfte sich verstehen.
07. Januar
Bis 11:00 gepennt, herrlich! Damit allerdings auch das Frühstück verpasst. War nicht so schlimm, denn schließlich gibt es in nicht allzu großer Entfernung einen auch aus unseren Breiten bekannten Burgerladen, der mit einem Doppel-Royal-Käse den ausgehungerten Magen zu füllen wusste.

Danach noch ein kurzer Besuch im allerdings eher spärlich ausgestatteten Hofladen des hiesigen Hard Rock Cafes.

Nach der Rückkehr kamen dann bei CNN die ersten Berichte über die Geschehnisse in Minneapolis, die erneut bestätigten, dass unser diesjähriges Reiseziel eine gute Wahl war.
Viel Zeit nahmen sich der Präsident und der Cowboyhut-Fan Kristi Noem ja nicht, die erschossene Renee Nicole Good, Mutter dreier Kinder, als Inlandsterroristin und radikale Linke darzustellen, die den ICE-Beamten, der ihr dann mehrfach ins Gesicht schoss, überfahren wollte. Da mag sich jeder beim Anschauen der zahlreichen Videos von dem Vorfall eine eigene Meinung bilden. Das sollen Juristen klären, sofern denn unabhängige den Fall bearbeiten können.
Auffällig still blieb bei der Angelegenheit allerdings meine Freundin Karoline Leavitt, die ich tatsächlich leiden kann wie Fußpilz. Wenn auch angeblich römisch-katholisch, nimmt sie es mit dem 8. Gebot bekanntermaßen nicht ganz so genau, daher hätte sie die Videos sicher problemlos im Sinne der Regierung umdeuten können. Vielleicht ging ihr das als angehende Zweifachmutter dann aber doch tatsächlich nahe. Jedenfalls stand sie ziemlich regungslos neben James David Vance, als er davon schwadronierte, dass die Erschossene ja selbst schuld an ihrem Schicksal sei. Er ist übrigens auch konvertierter Katholik. Vielleicht sollte man einen seiner Landsleute, der seit dem ltzten Frühjahr im Vatikan wohnhaft ist, mal darum bitten, die beiden an die Grundsätze ihrer Religion zu erinnern.
08. Januar
Heute ging es nach einem erneut grandiosen Sonnenaufgang an den Dünen entlang in Richtung Maspalomas.





Viel los war da nicht, aber zumindest gab es am Strand ein frisch gezapftes Bitburger.

Dadurch hatte man natürlich Blut geleckt, und so ging es nach der Rückkehr auf die heimische Dachterrasse.
Den Sonnenaufgang hatten wir ja schon als Video, also kommt diesmal der Sonnenuntergang. In diesem Fall sogar in dreifacher Geschwindigkeit und unterlegt mit zwei Soundtracktiteln, die ich kurz vor Silvester noch hastig zusammengezimmert habe.


