Tschö (-n, dass 2025 vorbei ist)

Tschö (-n, dass 2025 vorbei ist)

31. Dezember 2025

Liebe Freundinnen und Freude.

Geschafft!

Geht es nur mir so oder fand jemand anderes die letzten zwölf Monate auch so vollkommen vergessenswert? Okay, es gab schon vorher einige richtig furchtbare Sonnenumrundungen. Wer erinnert sich nicht mit Grauen an das erste Corona-Jahr 2020. Und 2011 war auch für ‘n Eimer. Aber nach einer gewissen Zeit blickt man bekanntlich etwas gnädiger auf die Vergangenheit, weil man die Hälfte vergessen hat. Das trifft zu diesem Zeitpunkt bezüglich 2025 noch nicht zu.

Es ging schon Anfang Januar los, als in New York irgendeine Irre urplötzlich auf Gunn zustürmte und ihr einen auf die Stirn gab. In diesem Moment hätte uns klar sein müssen, dass das keinen gibt in diesem Jahr. Die bis zu unserer Abreise am 8. Januar permanent in Endlosschleife gespielten und immer gleichen Weihnachtslieder taten ihr Übriges, um den Abschied schlussendlich zu versüßen. Das Gedudel und die hinterhältige Attacke waren aber ja noch das geringste Übel, wie nicht nur Gunn und ich erfahren sollten.

Ohne ins Detail gehen zu wollen, mussten sich zwei aus unserer Riege in der ersten Jahreshälfte von ihren Müttern verabschieden; bei einem weiteren ging es vor wenigen Wochen mit viel Glück gerade nochmal gut. Dazu die Dauerbeschallung mit dem Elend dieser Welt, sei es dem Krieg in der Ukraine, die nur eher so semi für das Wohl der Amerikaner, geschweige denn dem Rest der Menschheit arbeitende US-Regierung, die schlimmen Bilder aus Gaza und die ganzen schwachsinnigen Antisemiten, die in ein bei eBay günstig ersteigertem Palästinensertuch gehüllt für Beobachter mit eher rudimentärem Wissen einen nachvollziehbaren Grund für ihren Hass auf – nein, nicht Israel – alle Menschen jüdischen Glaubens zelebrierten. Und das Ergebnis der Bundestagswahl Ende Februar lud auch nicht gerade zu Freudensprüngen ein. Der Grund dafür, was Menschen außerhalb der Zone dazu treibt, die AfD zu wählen, bleibt mir persönlich verschlossen. Was die Ossis anbelangt (Ja, ich weiß, dass der Ausdruck politisch nicht korrekt ist. Mir doch wurscht. Ich lehne auch das bescheuerte Gendern mit Sternchen oder Doppelpunkten ab, Mit der Anrede zu Beginn des Textes habe ich meiner Ansicht nach alle mir bekannten Personen angemessen angesprochen.) habe ich da seit meinem Zwangsaufenthalt während der Lehre 1994 in Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern, eh keine Erwartungen mehr. Als gelernter Maurer sehe ich sowieso jeden Abriss einer mit Menschenhand zum Schutz vor Wetter, Eindringlingen oder Dummheit erstellten Abtrennung eher kritisch.

Die Liste könnte man sicher endlos weiterführen, aber schließlich ist Silvester und ich möchte mir gleich noch gebührend die Laternen austreten. Also wollen wir noch rasch auf die schönen Dinge zurückblicken, die dieses Jahr tatsächlich überraschenderweise auch zu bieten hatte.

Beginnen wir mit den vielen (runden) Geburtstagen, die aufwendig zelebriert wurden. Basti machte im Mai den Anfang mit bayrischem Touch, gefolgt von DJ Kalle sowie Katja und DJ Notze im Juni, allesamt in eigens dafür angemieteten Lokalitäten. An dieser Stelle ist wohl auch mal eine Entschuldigung notwendig, dass sich Gunn und ich jeweils so früh verdrückt haben. Das lag weder an den Feiern und schon gar nicht an den Gastgebern. Aber April bis Juni waren einfach doch schon recht anstrengend. Wir hatten in den Momenten und Abenden schlicht unser Pulver verschossen.

Weiter ging’s mit Nicole im Juli. Auch hier sorry, dass ich nichts getrunken habe. Ich weiß, das ist absolut gegen meine Natur. Jedoch sah ich für mich keine Möglichkeit, nach den beiden vorangegangenen Feten und dem dargebotenen Fassbier in meines Schwagers Gartenzapfanlage ein weiteres Mal Veltins zu trinken. Neuerdings gibt es das doch etwas dünne Gesöff auch im Alt Ketzberg, also aufpassen bei der zukünftigen Restaurantwahl!

Zwischendurch waren Gunn und ich noch im September bei Katrin in Frankfurt, was bei tollem Wetter sehr nett war! Das Bier dort kannte ich nicht, war aber durchaus genießbar. Und im Hotel gab es König, da fahren wir jetzt häufiger hin.

Unser aller Anchorman Larry J. Snyder hat nun auch wieder hinten eine Null stehen, was man ihm natürlich nicht ansieht! Die Feier dazu fand im familiären Kreis statt, was auf meine Initiative zurückging, damit ich mit möglichst wenigen Leuten die Superfrikadellen seines Vaters teilen musste. Ich bin mitunter etwas egoistisch.

Der Abschluss der Geburtstagsfeierlichkeiten fand wie gewohnt in Erkrath bei Anja und Jörg statt, und hier gab es keinerlei Überraschungen. Wie immer ein toller Abend mit dufter Musik, hinreichender Menge an Bier und Hochprozentigem sowie einem Büfett, bei dem sogar die Verantwortlichen im Hilton-Hotel am Flughafen München blass werden würden.

Gab es sonst noch was Positives? Ach ja, Deutschland wurde ausnahmsweise mal nicht Letzter beim Eurovision Song Contest. Es dürfte damit zusammenhängen, dass es ein wirklich gutes Lied war! Eigentlich waren wir uns alle einig, dass wir bei uns nie wieder Österreicher in führender Position arbeiten lassen, aber im Falle von Abor & Tynna war die Ausnahme von der Regel eine gut gewählte.

Und „wir“ haben uns nach holprigem Start für die WM im nächsten Jahr qualifiziert! Okay, da etwa ein Viertel aller Länder dieser Erde bei dem unnötig aufgeblasenen Turnier mitspielen darf, wäre alles andere auch eine ziemliche Blamage gewesen. Freuen wir und gemeinschaftlich auf das finale Auswärtstrikot, das von Adidas präsentiert und hergestellt wird. Es dürfte das letzte sein, das ich mir kaufen werde. Sobald dann Anfang 2027 Nike übernimmt, wird es in meinem Kleiderschrank keine neuen DFB-Hemden mehr geben. Ich gehe allerdings auch davon aus, dass die bisher aufgestickten vier Sterne in den nächsten Dekaden keinen Zuwachs bekommen. Meine letzten Trikots bleiben also aktuell.

Man merkt, ich muss schon ziemlich abschweifen, um neben den Geburtstagen was Nettes über dieses Jahr zu erzählen. Es gab selbstverständlich noch ein paar andere Begebenheiten, die Spaß gemacht haben. Das Marktfest war wie immer großartig, ebenso das Oktoberfest bei meiner Schwester. Und auch, gerade vor wenigen Tagen, das von Nicole organisierte Weihnachtsessen.

Jeder wird seine eigenen Erinnerungen an 2025 haben, und hoffentlich schaut nicht jeder so negativ auf das Jahr zurück wie ich.

Jedenfalls stoße ich jetzt mit dem ersten Duisburger Pils des Abends auf Euch alle an, wünsche jedem einen schönen Silvesterabend, alles Gute und vorneweg Gesundheit, natürlich auch Euren Familien und Freunden, ob nun mir bekannt oder nicht. Ich habe für die Sechs im Titelbild mal eine optimistische Farbe gewählt.

Also dann, zum Wohl! Auf ins Jahr 2026.

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