EM

Fußball-EM

Polen und Ukraine, 08. Juni - 01. Juli 2012

Man musste schon weit in die Vergangenheit zurück denken, wenn man eine ähnliche Erwartungshaltung des geneigten deutschen Fußballfreunds an eine Europameisterschaft wie in diesem Jahr aufspüren wollte. 1992 wäre man vielleicht fündig geworden, da ging Deutschland bekanntlich als Weltmeister und laut Franz Beckenbauer auf Jahre hin unschlagbar ins Turnier, was schlussendlich immerhin Platz 2 bedeutete.
Parallelen waren durchaus erkennbar: Auch diesmal ging es in der Vorrunde gegen Holland, allerdings mit einem erfreulicheren Ergebnis als 20 Jahre zuvor. Und sowohl Spieler als auch Trainer hatten ehrfurchtsvolle Spitznamen; 1992 waren das Berti, Klinsi (später auch Stolper-Jürgen) und Rudi, 2012 Jogi, Poldi und Schweini. Den Hang zur etwas tuntig anmutenden Verniedlichung konnte man teilen, musste man aber nicht.
Es lief auch zunächst alles recht gut, bis im Halbfinale die italienische Mannschaft dem Treiben der Deutschen nicht unverdient ein jähes Ende setzte.
Was blieb, war eine recht scheinheilige Diskussion über die mangelnde Singbereitschaft einiger Spieler bei der Hymne, die wohl kaum zustande gekommen wäre, wenn Deutschland ins Finale gekommen oder gar Europameister geworden wäre, und die üblichen und unvermeidlichen Besserwissereien der vielen Millionen Stammtischbundestrainer. Schade.

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